Warum sich Ferien im Camper nach Zuhause anfühlen
Eine Ferienentscheidung, die mehr ausgelöst hat als erwartet
Diesen Winter stand ich vor einer ungewohnten Situation. Wir hatten gerade keinen eigenen fertigen Camper zur Verfügung und gleichzeitig Ferienzeit. Also stellte sich ganz pragmatisch die Frage, wie wir unsere Ferien verbringen wollten.
Viele Menschen schwärmen von Ferienwohnungen. Mehr Platz, eine eigene Küche, eigenständig, gut planbar. Das klingt logisch und vernünftig. Also entschieden wir uns bewusst für diese Variante.
Wenn alles stimmt – aber sich trotzdem nicht richtig anfühlt
Die Wohnung war grundsätzlich schön. Gut gelegen, funktional eingerichtet, sauber und praktisch. Alles da, was man braucht. Und trotzdem stellte sich dieses Gefühl von Ankommen bei mir nicht wirklich ein.
Es waren keine grossen Mängel, sondern viele kleine Details. In der Küche fehlten Gewürze, die Pfannen waren andere, die Schränke fremd. Alles korrekt, aber nichts wirklich unseres.
Eine Ferienwohnung bleibt, auch wenn sie noch so gut ist, immer ein Ort auf Zeit. Du lebst für ein paar Tage im Alltag von jemand anderem. Du passt dich an, richtest dich ein, arrangierst dich. Es funktioniert – aber es fühlt sich nicht nach Zuhause an.
Was Zuhause für mich wirklich bedeutet
Dabei musste ich an einen Satz denken, den ein ehemaliger Chef einmal zu mir gesagt hatte:
Auswärts soll es mindestens genau so schön sein wie zuhause.
Und genau da wurde mir klar, warum sich diese Ferien anders angefühlt haben.
Zuhause bedeutet für mich nicht möglichst viel Platz oder möglichst viel Ausstattung. Zuhause bedeutet Vertrautheit. Und ja, auch Komfort. Aber bewusst gewählter Komfort.
Unsere eigene Wohnung zuhause ist schöner. Und unser Camper auch. Nicht, weil dort alles perfekt ist, sondern weil alles stimmt. Gute Materialien. Durchdachte Abläufe. Dinge, die wir wirklich brauchen und gerne benutzen. Kein Überfluss, sondern Qualität.
Komfort neu gedacht – weniger Platz, aber mehr Stimmigkeit
Im Camper ist weniger Platz als in einer Ferienwohnung. Aber nicht weniger Komfort. Im Gegenteil. Der Komfort ist konzentrierter. Alles hat seinen Platz. Ich weiss, wo was liegt. Ich kenne die Abläufe, die Geräusche, die kleinen Rituale.
Der erste Kaffee am Morgen.
Das Zusammenräumen am Abend.
Das Gefühl von Ankommen – egal, wo ich stehe.
Viele Ferienwohnungen sind neutral eingerichtet, damit sie möglichst vielen gefallen. Funktional, praktisch, austauschbar. Ein Camper als Zuhause ist anders. Er ist nicht für alle gemacht. Sondern für die Person, die darin unterwegs ist.
Flexibel Ferien machen – statt ein Jahr im Voraus festlegen
Ein weiterer Punkt, der für mich immer wichtiger wird, ist die Freiheit bei der Planung. Eine Ferienwohnung bucht man oft Monate im Voraus. Du legst dich früh fest. Auf einen Ort. Auf ein Datum. Und hoffst dann, dass Wetter und Bedingungen passen.
Dieses Mal war genau das nicht der Fall. Die Unterkunft war lange im Voraus gebucht, das Wetter dann aber eher grau und wenig einladend. Kaum Spielraum, um spontan zu reagieren oder den Ort zu wechseln.
Mit einem Camper ist das anders. Du entscheidest später. Du schaust zuerst auf das Wetter. Hat es Schnee? Ist es sonnig? Regnet es? Und passt deine Route entsprechend an. Du bleibst länger, wenn es schön ist, oder fährst weiter, wenn es sich nicht stimmig anfühlt.
Diese Freiheit, sich nicht festlegen zu müssen, ist für mich ein zentraler Teil von Erholung.
Ferien im Camper – eine bewusste Entscheidung
Ferien in einer Unterkunft können gut passen, wenn du gerne früh planst, dich bewusst festlegst und dich schnell auf neue Umgebungen einstellst.
Ferien im Camper fühlen sich besonders dann richtig an, wenn dir Vertrautheit wichtig ist, wenn du Wert auf Komfort und Ästhetik legst, wenn Qualität wichtiger ist als Quantität und wenn du deine Ferien flexibel gestalten möchtest – auch abhängig vom Wetter und von deiner Stimmung.
Zuhause ist kein Ort, den man bucht
Diese Ferien haben mir wieder sehr klar gezeigt, dass Zuhause kein Ort ist, den man reserviert. Zuhause ist ein Gefühl. Und für mich fühlt sich dieses Gefühl unterwegs auf vier Rädern am stimmigsten an.
Nicht als Kompromiss.
Sondern als bewusst gewählte Form von Komfort, Freiheit und Luxus.
Nicole, Co-CEO und Marketing-Verantwortliche
